Tarifvertrag groß und außenhandel nrw vergütung

Berichten zufolge waren die gewerkschaften des Vereinigten Königreichs weniger aktiv als andere in Westeuropa bei internationalen Aktionen. Dies ist auf Einschränkungen des Streikrechts und bis vor kurzem auf das Fehlen von Informationen und Beteiligungsvorrechten zurückzuführen. Sie hängt auch mit der organisatorischen Ausrichtung der Gewerkschaften auf das Werk und nicht auf das Unternehmen zusammen. In seltenen Fällen – z. B. bei der Mobilisierung in den Niederlanden gegen die Aktivitäten des Bergbauausrüsters IHC Holland in Myanmar in Südostasien – waren Die Gewerkschaften an Kampagnen gegen MNC-Aktivitäten außerhalb der EU beteiligt, ähnlich wie in den 1970er und 1980er Jahren in Bezug auf Operationen in Chile und Südafrika. Es gibt jedoch Anzeichen dafür, dass MNCs, die Gewerkschaften für Tarifverhandlungen in bestehenden Betrieben anerkennen, dies an neueren Standorten nicht tun. Beispiele im Vereinigten Königreich sind die in Großbritannien ansässigeN GKN und Smiths Industries sowie caterpillar und Cummins mit Sitz in den USA. Eine Umfrage aus dem Jahr 2006 über die Operationen der multinationalen Unternehmen im Vereinigten Königreich ergab, dass die Hälfte der multinationalen Unternehmen, die Gewerkschaften anerkennen, dies an einigen, aber nicht an allen Standorten taten. Von den 60 gewerkschaftlich organisierten multinationalen Unternehmen, die in den letzten drei Jahren einen oder mehrere neue Standorte eröffnet hatten, hatten zwei Fünftel gewerkschaften an keinem Standort anerkannt, und weitere zwei Fünftel hatten Gewerkschaften nur an einigen Standorten anerkannt. Obwohl Irland unter ein nationales Abkommen fällt, sind solche “Doppelbrustpraktiken” auch unter multinationalen Unternehmen durchaus üblich.

Eine parallele Erhebung im Jahr 2006 über die irischen Operationen von MNCs ergab eine ähnliche Inzidenz gemischter Anerkennungspraktiken an Standorten unter gewerkschaftlich organisierten Unternehmen. Von den 61 gewerkschaftlich organisierten Unternehmen, die neue Standorte eröffneten, erkannte ein Viertel von ihnen die Gewerkschaften an keiner dieser Standorte an, während weitere 35 % der Unternehmen sie an einigen, aber nicht an allen neuen Standorten anerkannten. In Bulgarien gehörten Metro, Viohalko und American Standard zu den MNCs, die Gewerkschaften an neu eröffneten Standorten nicht anerkannt hatten, obwohl sie mit ihnen an etablierten Standorten verhandeln. In Ungarn hat General Electric die gleiche Praxis praktiziert. In kleinen Volkswirtschaften wird der Spielraum für “Doppelbrust”-Praktiken eingeschränkt: Dennoch hat die Bankengruppe HSBC in Malta ein nicht gewerkschaftliches Callcenter eingerichtet, in dem ihre Einzelhandelsgeschäfte kollektiv mit Gewerkschaften verhandeln. In Litauen ist das Festnetzgeschäft von TeliaSonera gegenstandsgebunden, während es in jüngerer Zeit keine Mobilfunkaktivitäten gibt. In den meisten Ländern sind ausländische Unternehmen auch in ihren eigenen Handelskammern innerhalb ihres Herkunftslandes organisiert. Obwohl diese Organisationen bei Tarifverhandlungen nie eine direkte Rolle spielen, haben sie in einigen Fällen als einflussreiche Lobbys in Fragen der Arbeitsbeziehungen agiert. So hatte beispielsweise die amerikanische Handelskammer in Deutschland 2001 Einfluss auf die Reform der Betriebsräte, während die Amerikanische Handelskammer Irland bei der Umsetzung der EU-Richtlinien über Arbeitszeit (Richtlinie 2003/88/EG) und bei der Unterrichtung und Anhörung der Arbeitnehmer (Richtlinie 2002/14/EG) eine Rolle spielte.

Gleichzeitig übten die amerikanischen und japanischen Kammern einen Einfluss auf Mitbestimmungsfragen in den Niederlanden aus, während einige ausländische Kammern in Portugal einen Einfluss auf die Beschäftigungsflexibilität hatten. In einigen Ländern gewinnen diese Organisationen an Sichtbarkeit: So wurde in Frankreich vor kurzem eine Föderation ausländischer Handelskammern gegründet.

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